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Hinweise zur Neugestaltung

Bahnhofsgebäude, das wie ein Bahnhofsgebäude aussieht

von Ulmi am 16.07.2011 | 14:51 | Kommentare: 13 |

Moderne Bahnhofsgebäude (so genannte Empfangsgebäude) sind nicht selten anonyme Klötze, die vom Aussehen her genauso ein Kaufhaus, ein Parkhaus oder ein neueres Schulgebäude sein könnten.

Warum nicht ein Bahnhofsgebäude bauen, bei dem man sofort erkennt, dass es ein Bahnhof ist?

Die Idee aus dem Forum, eine weithin sichtbare Uhr zu integrieren, hilft dabei sicher. Ich würde noch einen Schritt weiter gehen - oder besser ein paar Schritte zurück: Wie sah das Empfangsgebäude vor 100 Jahren aus? Welche Stilrichtung hatte die Architektur schwäbischer Bahnhöfe? Dabei meine ich bewusst nicht den Sonderfall des Stuttgarter Bonatzbaus, sondern die ursprünglichen Stile. Hier ein paar Beispiele (auch von außerhalb Schwabens).

Stuttgart (vorheriger Bahnhof):  Link
Heute noch als Rest zu sehen:  Link
Augsburg:  Link
Tübingen:  Link
Freiburg:  Link
Friedrichshafen:  Link
Nürnberg:  Link
Würzburg:  Link
Basel:  Link
(alles Links zu Fotos aus dem Projekt Wikipedia, Lizenz CC-SA)

Das sind für mich Bahnhöfe mit Charakter und keine austauschbaren Klötze. Klar, die Geschmäcker sind verschieden, aber vielleicht wär das etwas für Ulm?

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  Kommentare
ulmmussschoenerwerde n am 23.07.2011 20:20:37

Danke Ulmi! Sie sprechen mir aus dem Herzen!

TRG am 19.07.2011 10:34:45

Also ich bin da ein Vertreter von "Form follows function", d.h. das wichtigste für mich ist zuerst einmal, dass der Bahnhof als Bahnhof einschließlich der gewünschten Nebenfunktionen (Aufenthaltsraum, Einkaufen etc.) funktioniert.

Darüber hinaus sollte die Gestltung eine angenehme Aufenthaltsqualität bieten. Ob man sich dazu traditioneller Formensprache bedient oder eher moderner finde ich nicht so entscheidend, man kann beides gut oder schlecht machen.

Das Gebäude bei AP Plan finde ich z.B. durchaus als Bahnhof erkennbar (Übrigens: interessanterweise haben die den Durchgangsverkehr in der F.-Ebert-Straße auch "weggezaubert", d.h. das Problem, dass der Pkw-Verkehr den Platz ruiniert, haben sie schon erkannt, sich aber um die Lösung gedrückt)

Ulmer am 19.07.2011 7:36:24

Hallo ULMI! Sehr gut, weiter so! Schreit an die Fraktionen. Die lesen das hier nicht, sind aber veratwortlich für das, was da auf Jahrzehnte verbockt wird. Grüße vom ULMER
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SebastianWachholz am 19.07.2011 2:18:21

Zurück zu den Wurzeln... finde einen "alt aussehenden" Bahnhof auch schöner! Ulm hat leider, Kriegsbedingt, viel zu wenig alte Bausubstanz... Finde ein Bahnhof im Retrolook würde viel mehr her machen und besser zu Ulm passen. Heutige moderne Architektur ist doch oft so abgehoben und hat den Bezug zum Menschen total verloren! Wer lebt schon gern in einem Glaskasten??

Elena am 18.07.2011 16:28:59

Ich finde die alten Bahnhöfe auch schöner. Aber das Problem ist wohl eher die Finanzierung. Ich bin nicht vom Fach, aber wenn die Gestaltung im historischen Stil genauso teuer wäre wie die "austauschbaren Klötze", würde wohl auch häufiger so gebaut werden, oder täusche ich mich?

Erik am 17.07.2011 16:59:16

Hallo Ulmi,

die Idee auf eine Rückbesinnung historischer Formensprache und Raumaufteilung find ich gut. Wäre schön, wenn man sich an den gelungenen Gründerzeitbahnhöfen (wie den genannten Beispielen) in Grundzügen orientieren könnte. Müssen ja kein Stuck und dorische Säulen sein. Die Raumgliederung und der Wohlfühlfaktor alter Bahnhofsgebäude /-vorplätze zeugt einfach vom technischen Können der Planer. Warum nicht daran mal ein Vorbild nehmen und und diese Ansätze auf moderne Weise umsetzen?

Bauforum Ulm am 17.07.2011 13:49:24

Hallo Ulmi,

ich nahm Bezug auf München unabhängig seiner Größe. Vielmehr ist mir an einen Denkanstoß gelegen was die Stadt bzw Bürger wirklich wollen. Eine moderne Interpretation könnte eine nicht mehr oder weniger verträgliche Lösung für Ulm und seine Bürger sein. Die viel gescholtene Stadtbibliothek ist eine für mich gelungene moderne Interpretation der alten Fischerhäuser ohne aber ein Plagiat sein zu wollen.

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Ulmi am 17.07.2011 12:48:31

donaufisch:

Gefällt mir sehr gut. Das ist ein Bahnhofsplatz zum Wohlfühlen. Einer, über den man sich nicht so sehr schämt, dass man die Fußgänger durch den Keller schickt, wenn sie von der Straßenbahn zum Zug umsteigen wollen.

;-)

Ulmi am 17.07.2011 11:59:09

Hallo "Bauforum Ulm",

im Gegenzug gebe ich zu bedenken, dass München etwa 10-mal so groß ist wie Ulm. ;-)
Und, was wirklich wesentlich ist: in München möchte nicht "man" ein solches "Kaufbahnhofhaus", sonder Bahnvorstand und die gegenwärtige Stadtratsmehrheit wollen es. Eine Bürgerabstimmung gab es aber nicht, oder? Sowas kann am Ende dumm ausgehen, auch wenn das Projekt "München 21" schon in seinen Anfängen gestorben ist.

Übrigens, auch der Münchner Bahnhof hatte ein mal ein "Gesicht", das zum Rest der Innenstadt gepasst hat:
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donaufisch am 17.07.2011 11:42:58

Bahnhofplatz Ulm 1914

Der Vorschlag, ein neues Bahnhofsgebäude in Ulm zu errichten, das einen eigenen Charakter hat, sollte weiter verfolgt werden.

Es wird doch auch zeitgenössische Architekten geben, die anderes zu bieten haben als Stephan Braunfels (Sparkasse und Kaufhaus Münstertor / Neue Mitte) Gottfried Böhm (Stadtbibliothek) oder Wolfram Wöhr (Kunsthalle Weishaupt).

Ich wünsche mir weder einen Neubau, der historische Modelle unkritisch reproduziert, noch stupide Einheitsarchitektur aus Beton und Glas in zwanzig verschiedenen Grautönen.

Als Beleg dafür, wie charaktervoll in vergangenen Zeiten gebaut wurde und wie blass dagegen manche Beton- und Glaskästen der Gegenwart sind, sei darauf verwiesen, wie der Ulmer Bahnhofplatz im Deutschen Kaiserreich ausgesehen hat.

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Dieses Bild vom alten Ulmer Bahnhofplatz ist folgendem Buch entnommen: Ulm in alten Ansichtskarten. Herausgegeben von Getrud Beck. Flechsig Verlag Frankfurt 1980

Bauforum Ulm am 17.07.2011 11:25:26

Die Renaissance der alten Bahnhöfe würde ich trotz einiger gelungener Ausnahmen der Moderne auch begrüssen. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass Moderne Interpretationen in Ulm durchaus geglückte Alternativen zu fast unbezahlbaren Rekonstruktionen sind oder sein können. Als Beispiel für gelungene Moderne nenne ich da nur die Stadtbibliothek Ulm. In München möchte man weder eine Rekonstruktion noch eine Interpretation sondern einen Futuristischen Bahnhof wie der kompromisslose Siegerentwurf von Auer Weber.

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Bauforum Ulm am 17.07.2011 11:15:17

Die Renaissance der alten Bahnhöfe würde ich trotz einiger gelungener Ausnahmen der Moderne auch begrüssen. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass Moderne Interpretationen in Ulm durchaus geglückte Alternativen zu fast unbezahlbaren Rekonstruktionen sind oder sein können. Als Beispiel für gelungene Moderne nenne ich da nur die Stadtbibliothek Ulm. In München möchte man weder eine Rekonstruktion noch eine Interpretation sondern einen Futuristischen Bahnhof wie der kompromisslose Siegerentwurf von Auer Weber.

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Wahlulmer am 17.07.2011 10:08:03

Hallo Ulmi,
gerne unterstütze ich Dich in Deinem Gedanken, schönen Bauwerken den nötigen Respekt zu zollen und nicht jede Überlebensfähigkeit abzusprechen.Andererseits ist es eben gerade die architektonische Kunst, moderne Formen und Materialien einfliessen zu lassen, die mit bestehender Bausubstanz harmonisieren. Ich denke der Weg der Weisheit liegt auch hier in der Mitte. Am Ende muss ein elegantes, zukunftsfähiges Objekt mit maximaler Nutzungsqualität erreicht werden, welches auch noch in 50 Jahren den Bürgern und Gästen Freude bereitet.

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